Die Chorfenster

Chorfenster von Carl Crodel
Weihnachtsfeld im Chorfenster von Carl Crodel Die Fenster des Hauptchores erzählen in chronologischer Folge das Leben Jesu von der Ankündigung seiner Geburt bis hin zur Darstellung Jesu als Weltenrichter. Zugleich bezeich­nen sie die Hauptfeste des Kirchenjahres: Weihnachten, Kar­freitag, Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Runde Medaillons in der Mitte der dreibahnigen Fenster nennen die Themenkreise, darüber und darunter, in friesartiger Anord­nung, weitere dazugehörige biblische Szenen. Das Bildpro­gramm beginnt im ersten Fenster (Weihnachtsfenster) links oben mit der Verkündigung des Engels an Maria. In der Mitte Geburt und Anbetung des göttlichen Kindes im Stall von Bethlehem, darüber die Hirten auf dem Felde. Der Flucht nach Ägypten folgt die Hochzeit zu Kana, Schauplatz des ersten Wunders Jesu (Johannes 2, 1-12).
Passion und nachösterliche Ereignisse charakterisieren das zweite Fenster – unmittelbar über dem Trinitatisaltar. Jesus im Garten Gethsemane und seine Kreuztragung bereiten das Geschehen auf Golgatha vor: in der Mitte der Gekreuzigte mit den Leidenswerkzeugen vor blutrotem Grund, seitlich die beiden Schächer, zu Füßen die Trauernden. Auf die Auferste­hung weist die Szene des „noli me tangere” („Berühre mich nicht”, Johannes 20, 17) – Jesus erscheint Maria Magdalena am Ostermorgen in der Nähe des Grabes. Sie hält ihn zu­nächst für den Gärtner, was hier ganz genrehaft gezeigt ist: Jesus mit Kreuznimbus, in den Händen Spaten, Rechen und Gärtnerhut. Die Begegnung des Auferstandenen mit den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus – diese ausgestattet mit Pilgerattributen als Anspielung auf die Pilgerkirche St. Jacobi – beschließt das Osterfenster. Jesus als Gärtner im Chorfenster von Carl Crodel
Fischzug des Petrus im Chorfenster von Carl Crodel Im Zentrum des dritten Fensters die Himmelfahrt Jesu, oben der ungläubige Thomas und der Fischzug des Petrus. Die Erscheinung Jesu vor den Jüngern und deren Aussendung mündet in der Schilderung des Paradieses mit seinen vier Flüssen.
Das vierte, nach Süden gerichtete Fenster zeigt im mittleren Medaillon die Ausgießung des Heiligen Geistes. Darüber die thronende Gestalt des Weltenrichters auf dem Regenbogen. Unten zwei Bekehrungsgeschichten: die des Saulus auf dem Weg nach Damaskus sowie die Bekehrung der Purpur­kräme­rin Lydia auf der Missionsreise des Paulus nach Philippi. Zitiert werden auch hier Pilgersymbole: die Jakobsmuscheln. Pfingstfenster von Carl Crodel